KRAFTWERK PREMBACH
STANDORT DER ANLAGE
Das Wasserkraftwerk von Prembach nutzt den mittleren Lauf des Grödnerbaches, eines linken Nebenflusses des Eisack und erstreckt sich auf einer Länge von ungefähr 4 km im Abschnitt des Grödnertals zwischen der Ortschaft Pontives und dem Ortsteil von Prembach in der Gemeinde von Kastelruth.
GESCHICHTE
Der Bau der Anlage von Prembach begann 1931 durch einen Unternehmer vor Ort, der gezwungen war, die Anlage samt Konzession abzugeben, und zwar infolge der Krise die auch Italien in den Jahren nach 1929 traf und die unter anderem auch zum Rückgang des Energieverbrauchs führte.
Die Anlage wurde von der Società Elettrica Alto Adige des Montecatini Konzerns 1933 erworben und fertig gestellt. Vier Jahre lang jedoch blieb das Kraftwerk unbenutzt, weil es unmöglich war, die hergestellte Energie zu benutzen und erst 1937, nach Inbetriebnahme der großen Produktionsstätte für Aluminium in Bozen, ging die Anlage in kommerziellen Betrieb.
TECHNISCHE BESCHREIBUNG
Die Anlage nutzt das Wasser des Grödnerbaches mit einem Einzugsgebiet von 161 km². Die Sperre am Grödnerbach liegt in der Ortschaft Pontives und besteht aus einer Überfließtraverse aus Beton, die mit Porphyrsteinen verkleidet ist, eine Länge von 10,20 m hat, mit einem Kiesfangschütz und vier Einlaufschützen mit Motorsteuerung ausgestattet ist.
Am linken Ufer neben der Sperre steht ein Gebäude von ca. 380 m³ mit Räumen für die Schaltzentrale und einem Gästehaus. Von den Mündungen des Einlaufs läuft das Wasser in zwei parallel angeordnete Sandfänge im Freien, und zwar über ein doppeltes System von Gittern mit rotierenden Rechenreinigern für die Reinigung derselben. Von hier geht nach zwei Abfangschützen ein offener Kanaltunnel ab, der nur teilweise verkleidet ist und einen Querschnitt von ca. 2,58 m² und eine Länge von 2.520 m hat und es zu einer Wasserführung von maximal bis zu 3 m³/s bringt.
Am Ende des Kanaltunnels gibt es eine offene Ladekammer mit einem Fassungsvermögen von 2.000 m³ und einem Überlauf an der Seite für die Regulierung der Wasserführung. Unten an der Ladekammer geht die Druckwasserleitung los, aus einem genietetem Stahlrohr mit einem variablen Durchmesser zwischen 1,05 und 0,59 m und einem Verlauf von ca. 747 m. Oben wird die Druckwasserleitung von einer bei Übergeschwindigkeit des Wassers automatisch schließenden Drosselklappe und einem Luftsaugventil gesäumt.
Der Maschinenraum liegt in einem Gebäude mit einem Volumen von ca. 7.550 m³. Darin sind zwei Aggregate von horizontalen Generatoren installiert, von denen jeder eine Hydraulikturbine vom Typ zweistrahlige Pelton mit 4.100 kW bei 750 Umdrehungen/Minute mit einem dazugehörigen Drehventil zur Absperrung und einen Generator mit 5.600 kVA bei einer Spannung von 10 kV hat.
Im selben Gebäude des Maschinenraums sind in anderen Räumen installiert:
- die Schalttafeln, Überwachungspulte und Schutzschränke der Generatorenaggregate;
- die Schalt- und Steuergeräte mit 10 kV;
- die Schalt- und Steuergeräte der Nebenanlagen;
- die Schalt- und Steuergeräte zur Fernübertragung; Büros und Lager.
An einem Ende des Gebäudes des Kraftwerkes liegt die Halle zur Demontage und Revision der Transformatoren, die mit einem Kran ausgestattet und im Moment als Werkstatt genutzt wird.
Außen neben dem Gebäude des Kraftwerkes liegt die Trafostation, in der zwei Aufspanntransformatoren von 5.600 kVA 10/130 kV mit dazugehörigen Schalt und Steuergeräten wie Trennschalter, Schalter und Stromtrafos untergebracht sind, sowie eine Polschiene, von der zwei 130 kV Leitungen abgehen. In der Nähe des Hauptgebäudes und der Station stehen außerdem zwei Gebäude, in der seinerzeit das Personal des Kraftwerkes gewohnt hat. Das eine der Gebäude wird jetzt für Büros und Lager verwendet.
Der 62 m lange Abflusskanal im Tunnel bringt das zugeleitete Wasser zum Grödnerbach zurück. Alternativ kann es auch mit Hilfe von dafür geeigneten Schützen in das Sammelbecken einer darunter liegenden Wasserkraftanlage im Besitz der ENEL abfließen.



